Ameisenarten und Nester

Ameisen sind Insekten, die Staaten bilden. Sie leben in großer Anzahl zusammen: Hunderte bis Millionen von Einzeltieren bilden zusammen ein Ameisenvolk. Dieses Volk benötigt einen Rückzugsplatz und so legen Ameisen ein Nest an. Dieses Nest ist die Heimat der Ameisenkolonie. Es kann sehr unterschiedlich ausfallen je nach Ameisenart kann es oberirdisch oder unterirdisch sein oder einen ober- und unterirdischen Anteil besitzen. Beim Nestbau können die unterschiedlichsten Materialen verarbeitet werden: Erde, Pflanzenfasern und Harz. Manchmal beherbergen die Ameisen sogar Gäste im Nest, die sog. Ameisengäste. Manche wie bestimmte Käfer- und Raupenarten sind sogar gern gesehen, andere ernähren sich von den Ameisen. Hier nun eine Auswahl von Ameisenarten und ihren speziellen Bauweisen.

Formica rufa ameise

Die Rote Waldameise (Formica rufa) und ihr Hügelnest
Wohl am bekanntesten in Deutschland sind die Waldameisen. Es gibt jedoch allein in Deutschland 23 Ameisen Arten dieser Ameisengattung. Ein Beispiel für eine Waldameise ist die Rote Waldameise. Die Rote Waldameise gehört zu jenen Ameisen Arten, die Ameisenhügel bauen. Sie suchen sich hierfür meist sonnige Plätzchen im Wald oder an Waldrändern aus. Das Hügelnest kann sehr groß werden und wird deshalb oft um Baumstümpfe angelegt, die zusätzlich stabilisieren. Es teilt sich immer in einen ober- und einen unterirdischen Teil auf. Der Vorteil eines solch auffälligen Nests ist eine gute Speicherung der Wärme im Nest. Zudem wird das Nest besser durchlüftet. Der Nachteil ist, dass Ameisenhügel immer wieder – aus Unkenntnis oder Übermut – zerstört werden. So kommt es, dass die Rote Waldameise mittlerweile auf der Vorwarnliste der „Roten Liste gefährdeter Arten Deutschlands“ steht. Interessant ist auch, dass die Ameisen, um Schimmel und Pilzbefall vorzubeugen, ständig feuchte Pflanzenteil aus dem Inneren heraus und getrocknetes Material in das Nest hinein tragen. Nur im Winter herrscht bei den wechselwarmen Ameisen Ruhe, dann kann der sichtbare Teil des Hügelnests als Isolierung dienen und die Kälte abhalten.

Lasius flavus ameise

Die Gelbe Wiesenameise (Lasius flavus) und ihr Erdnest
Die Gelbe Wiesenameise siedelt auf Wiesen, auf Gartenböden und an Waldrändern. Sie ist in Mitteleuropa stark vertreten und nimmt auch feuchte Standorte für ihre Nester in Kauf. Diese Ameisenart gräbt Gänge und daran anschließende Kammern in den Boden. Von dieser sehr häufig bei Ameisen vorkommenden Nestart gibt es Varianten: Das Nest kann beispielsweise extra unter einem Stein angelegt werden, so dass die Wärme der Sonne in diesem gespeichert wird und der Ameisengesellschaft zu Gute kommt. Die Gelbe Wiesenameise legt über dem Erdnest zusätzlich noch eine Erdkuppel an, um durch die vergrößerte Oberfläche zu mehr Sonnenwärme zu gelangen. Gerade Nester, die im feuchten Schatten liegen, benötigen also bauliche Konstruktionen, die mehr Wärme in das Nest bringen.

Camponotus herculeanus ameise

Die Schwarze Rossameise (Camponotus herculeanus) und ihr Holznest
Die Schwarze Rossameise ist eine sehr große Art, deren Individuen über einen Zentimeter groß werden können. Sie lebt meist in Gebirgslagen. Was die Nestarten anbetrifft, so hat sich diese Rossameise auf das Holznest spezialisiert. Beim Bau ihres Nests bevorzugt sie das Holz von Fichten: Mit den Mundwerkzeugen, den Mandibeln, wird das morsche, aber auch lebendes Holz ausgenagt. So entstehen viele Gänge und Kammern im Baum, die den Stamm bis zu einer Höhe von zehn Metern durchziehen können. Ein Nest kann auch mehrere Bäume umfassen, die dann unterirdisch miteinander verbunden sind. Werden die Nester in lebendes Holz genagt, so werden die wichtigen Leitungen für Wasser und Nährstoffe meist verschont. Ist der Baum allerdings starkem Frost ausgesetzt, fehlt ihm die wichtige Isolierung und er stirbt ab.

Formica sanguinea ameise

Die Blutrote Raubameise (Formica sanguinea) und ihr wechselndes Nest
Die Blutrote Raubameise ist in Eurasien anzutreffen. Sie betreibt besonders viel Aufwand mit ihrem Nest, denn sie wechselt je nach Saison ihren Standort, das heißt sie baut ein Winternest und ein Sommernest. Die Raubameisen-Gesellschaft zieht also jedes Frühjahr und jeden Herbst um, entweder in das alte Domizil oder sie sucht sich ein ganz neues Zuhause. Ihr Sommernest sucht sich die Blutrote Raubameise an sonnigen Stellen, während ihr Winternest im Schatten liegt.

Weiteres
Neben diesen Nestern gibt es noch die Seidennester der Weberameisen und die sog. Ameisenpflanzen, die jedoch eher in tropischen Regionen zu finden sind. Natürlich gibt es noch jede Menge andere Ameisenarten, wahrscheinlich sogar welche die bisher noch nicht entdeckt wurden. Hier findest Du die geläufigsten Arten die bei uns in der Zivilisation vorkommen, viele können auch in einer Ameisenfarm leben.